Die internationale Klimapolitik steckt in einer Sackgasse. Durch das Verhalten der Vertragspartner ist das Kyoto-Abkommen nur noch eine bessere Absichtserklärung, ein Nachfolgeabkommen nicht in Sicht. In der Öffentlichkeit wird immer noch vornehmlich über die naturwisssenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels gestritten, meist in Form der populistischen Frage, ob es überhaupt einen Klimawandel gibt. Argumente hierfür liefern die Medien, wenn der aktuelle Sommer heiß oder eher nass und kalt ausfällt, der Winter sibirisch kalt oder mild ist. Die Klimadebatte reduziert sich so auf einen ausgiebigen Wetterbericht.
Die demgegenüber weitaus wichtigere Frage, wie gesellschaftlich mit dem Klimawandel umzugehen ist, wird immer noch stiefmütterlich behandelt. Dieser Frage sind Ingo Pies und ich vor einigen Jahren nachgegangen und zu Ergebnissen gekommen, die heute von unvermittelter Relevanz sind. Bereits damals war absehbar, dass es zu einem Scheitern des Kyoto-Protokolls kommen würde, da der Vertrag nicht nur starke Anreize zur Nicht-Einhaltung liefert, sondern - schlimmer noch - gerade für die aufstrebenden Volkswirtschaften China, Indien und Brasilien neue, künstliche Vorteile schafft, nicht in Klimaschutz zu investieren.
Unsere Studie analysiert die grundlegenden ökonomischen Anreizmechanismen, die zu beachten sind, soll ein Post-Kyoto-Protokoll nicht aus ähnlichen Gründen scheitern wie sein Vorgänger. Das Buch "Rational Climate Policy" ist nun im Volltext verfügbar.